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Tarte aux mirabelles

6. September 2009

Der Gedanke einen Kuchen zu backen hatte sich heute morgen schon in meinem Kopf manifestiert, und zwar einen Apfelkuchen. Gedeckt, mit Rosinen, Zimt und Rum. Bei dem herbstlichen Wetter kam einfach ein Apfelkuchen-Gefühl in mir hoch. Die Äpfel wollte ich auf dem Konsti-Markt holen und den Kuchen dann am Abend zu einem Geburtstag mitbringen.
Als ich nach der Arbeit dann auf dem Markt war, war das Apfelkuchen-Gefühl aber irgendwie abgeflaut und während ich an den Ständen entlangschlenderte wartete ich auf eine neue Eingebung. Und da war sie: Diese kleinen süssen Mirabellen sind ja gerade sowas von saisonal! So wurde aus dem Apfelkuchen eine Mirabellentarte, wobei mir so etwas wie eine Tarte tatin vorschwebte (ein umgekehrter Apfelkuchen mit dem Obst am Boden der Form, der nach dem Backen gestürzt wird), nur eben mit Mirabellen anstatt Äpfeln.
Ideen für den Teig wollte ich mir bei www.chefkoch.de holen. Dabei wurde ich wieder neu inspiriert. Für die klassische Tarte tatin wird in der Kuchenform zuerst einmal Zucker mit Butter geschmolzen, mit den Äpfeln belegt und 10 min auf dem Herd gebrutzelt. DAS habe ich meiner Springform nicht zugetraut – Zucker und Butter flossen in meinen Gedanken schon durch die Ritzen über mein Ceranfeld und eine richtige Tarte-Form habe ich nicht. Daher musste ich auf meine 6 kleinen Metall-Muffinformen zurückgreifen. Und den Mürbeteig habe ich mal kurzerhand durch Blätterteig ersetzt – die Idee kam aus einem Kommentar zu einem der Rezepte und hörte sich einerseits echt gut an, andererseits war mir die Arbeit einen Mürbeteig zu machen – nur für 6 Muffins – ausserdem zu mühsam. Und Blätterteig hatte ich sowieso noch im Tiefkühlfach was alles wirklich einfacher machte.
Im Groben war das also der Prozess der innerhalb eines Tages in meinem kulinarischen orientierten Hirn vor sich ging und mich letzten Endes dazu brachte heute Nachmittag kleine Mirabellentartemuffins zu backen. Zum ersten, aber wohl nicht zum letzten Mal!!!
Es stellte sich nämlich raus: Die Dinger sind wirklich phantastisch! Bevor ich mich jetzt als totalen Freak oute versuche ich jetzt nicht zu beschreiben was ich beim Essen gefühlt und gedacht habe, aber es war … ziemlich geil! Da ich aber nicht 6 Tartes essen konnte, (nein, auch ICH bin kein Fressmonster) und 4 Tartes definitiv zu wenig waren um sie zu dem Geburtstag mitzubringen, habe ich 2 davon meinen Nachbarn vorbeigebracht, die letztens einen Monat lang in meiner Abwesenheit meine Blumen gegossen haben und immer meine Päckchen annehmen. Das vorletzte habe ich dann doch noch selbst gegessen (uuuuuhmmmmm…) und das letzte habe ich dem Geburtstagskind eingepackt und es kam ziemlich gut an!

Tarte aux mirabelles

Man braucht so viele Mirabellen dass sie den Boden der Form bedecken, die man zu füllen wünscht. Wer einen Kirschen-Entkerner zur Hilfe nimmt kann die Mirabellen auch entkernen und ganz lassen, ich habe sie mit der Hautseite nach unten eng nebeneinander gelegt.
Etwas braunen Zucker mit Butter in die Tarte-Form geben (bei einer grossen Form geschätzte 2 EL Butter und 3 EL Zucker) und auf dem Herd schmelzen lassen. Die Form sollte wohl aus Metall sein, denn die Mirabellen sollen dann in der Butter-Zucker-Mischung ca. 10 min karamellisieren und braten.
Den Rand der Form einfetten und den Blätterteig darauflegen. Ich habe kleine Kreise ausgestochen, die etwas grösser waren als die Muffinformen und den Rand noch etwas zusammengefaltet, damit er dicker ist. Den Teig auf den Früchten festdrücken und ein paarmal mit der Gabel einstechen.
Dann backen (bei ca. 170°C) bis der Blätterteig aufgegangen und goldbraun ist. Die Tarte(s) noch warm stürzen, solange ist der Zucker warm und geht gut von der Form ab. Ich schätze je grösser die Form ist um so wahrscheinlicher ist es, dass die Mirabellen daran festkleben. Aber das ist nicht so schlimm – lässt sich einfach reparieren und fällt nicht auf.
Klassisch geht die Tarte tatin mit Äpfeln (nicht zu mürbe schätze ich), aber sicher auch mit Zwetschgen, Birnen, … ich meine sie auch mal mit Orangen gesehen zu haben.

Ich habe noch Blätterteig im Tiefkühlfach und auch noch ein paar Mirabellen…. und morgen ist Sonntag :-D Was das wohl heisst???
Gute Nacht und einen leckeren Sonntag wünsche ich Euch!

@Peter: Tatsächlich sind die Tartes vegan wenn man die Butter am Anfang durch Magarine oder etwas Öl ersetzt. Aus Kostengründen ist nämlich Fertig-Blätterteig fast immer mit pflanzlichen Fetten hergestellt. Viel Spaß beim Nachbacken!

Scharf ist geil!

2. September 2009

Unscharfe Linsen

Sieht nicht so scharf aus, oder?

So in etwa sieht ein gedeckter Tisch für jemand mit -8 Dioptrien aus.
Diese Zeiten sind aber nun für mich Vergangenheit! Letzte Woche habe ich 2 erfolgreiche Operationen hinter mich gebracht, bei der mir künstliche Linsen (sogenannte Intraokular-Linsen) in beide Augen eingesetzt wurden.

Jetzt habe ich den vollen Durchblick und es ist herrlich!
Aktuell habe ich 0 dpt Kurzsichtigkeit und noch ca. 0,5 dpt Hornhautverkrümmung, die sich aber evtl. im Laufe der nächsten Wochen noch verbessern. Ansonsten wird mit einer Laser-OP noch nachkorrigiert.
Und wo doch jetzt bei mir alles so scharf ist habe ich zur Feier des Tages auch was Scharfes für Euch:

Scharfe Linsen ;-) – passt hervorragend, oder?

Es ist ein pseudo-indisches Schnellgericht, von dem ich nicht mehr weiss wie ich drauf gekommen bin. Irgendwo muss ich wohl mal inspiriert worden sein, die Idee mit dem Käse und das Gurken-Joghurt habe ich mir aber im indischen Restaurant abgeguckt.
Es geht wunderbar schnell und ist gut mit verschiedenen Gemüsesorten zu variieren. Alle Mengenangaben sind mal wieder geschätzt und können nach Belieben verändert werden. (2 Portionen)

Scharfe Linsen (irgendwie indisch)
Quelle: eigene Kreation, und das ist auch nicht wirklich ein Rezept :-)
1-2 Portionen

1 Tasse rote Linsen
1/2 Zwiebel
1/2 Tasse Kokosmilch
2 Thai-Chillis
1/2 TL Cumin
1 TL Currypulver
Salz oder Fischsosse (Nam Pla)
Gemüse nach Belieben (hier Karotten, Frühlingszwiebeln und Blumenkohl)
frischer Koriander
Fetawürfel
Basmatireis als Beilage

Eine kleine Tasse rote Linsen mit einer halben Zwiebel in Würfeln andünsten, mit einer halben Tasse Kokosmilch und etwas Wasser ablöschen und ca. 10 min köcheln lassen. Mit 2 Thai-Chilis, 1/2 TL Cumin und 1 TL Currypulver würzen, Salz und evtl. Fischsosse erst dazugeben wenn die Linsen gar sind.
Ich habe heute Blumenkohl und Karotten separat gegart und erst dann zu den Linsen gegeben. Das macht eine schönere Optik. Man kann die Gemüse auch direkt zu den Linsen geben, man spart einen Topf und das Gemüse nimmt mehr vom Geschmack der Gewürze und Kokosmilch auf. Allerdings sollte die Garzeit der Gemüse auch etwa 10 min betragen. Frühlingszwiebeln kurz vor Ende der Garzeit dazugeben, dann bleiben sie schön knackig.
Mit frischem Koriander bestreuen und einige Würfel Feta oder anderen eher milden Salzlakenkäse dazugeben.
Dazu habe ich eine Tasse Basmatireis mit 2 Tassen Wasser und etwas Salz aufgesetzt. Der Reis ist fertig wenn das Wasser komplett aufgesogen ist.

Scharfe Linsen

Wem es noch nicht scharf genug ist, dem empfehle ich das
„Mango & Chilli Pickle“ – ein Chutney aus sauer-salzig-scharf eingelegten Mangos. Das Zeug ist total lecker aber leider sooo scharf, dass man es nur in sehr geringen Mengen essen kann. Und zu scharfen Speisen passt immer gut etwas frisches kühles, wie zum Beispiel ein Vollmilch-Joghurt mit Gurkenstückchen und Minze.

MischMasch-MoschMosch

31. August 2009

Glasnudelsalat

Annemie und ich essen gerne die hübschen Salate aus den grossen Schüsseln beim „MoschMosch“ am Baseler Platz. Vor allem der Koriander hat es uns angetan. Hier kommt nun meine Version zum nach“kochen“.
Wer mag macht ihn mit mehr Glasnudeln und weniger Gemüse, und statt Garnelen schmeckt auch Hühnchen oder Streifen vom Rindersteak sehr lecker.
Natürlich darf der Koriander nicht fehlen! Man sollte natürlich wissen, wie Koriander schmeckt, bevor man ihn verwendet. Ist nämlich nicht jedermanns Sache… gell Viola? ;-)

Für den Salat (2 grosse Portionen):
50 g Glasnudeln
1/2 Kopf Eisbergsalat
1/2 Karotte
1/2 gelbe Paprika
1/3 Salatgurke
2 Frühlingszwiebeln
4 EL geröstete Erdnüsse, gehackt
4 Stängel Koriander und einige Blätter zur Dekoration
2 Garnelenspiesse

Für das Dressing:
2 Limetten (Saft)
2 EL Reisessig
2 EL Thailändische Fisch- oder Austernsosse
1 EL Zucker
1 EL Sojasosse
4 EL Sesamöl (oder anderes neutrales Öl)
1-2 Thai-Chilis ohne Kerne in feinen Ringen

Die Glasnudeln mit kochendem Wasser übergiessen und 5 min ziehen lassen. Salat und Gemüse schneiden (die Karotten sehr fein oder raspeln) und mit der Sosse und den Nudeln vermischen. Auf zwei Schüsseln verteilen und mit je 2 EL gehackten Erdnüssen, ein paar Blättern Koriander und dem Garnelenspiess anrichten.

Schnell-Chinese @ 7 a.m.

23. August 2009

Frühlingsrollen

Leckere, knusprige Frühlingsrollen müssen nicht unbedingt von Fett triefen. Das geht auch ganz ohne frittieren. Und diese hier schmecken aufgebacken sogar noch als Frühstück nach einer durchtanzten Nacht… Gerade frisch erprobt! :-)

Gebackene Frühlingsrollen
250g Rinderhackfleisch
1/2 Kopf Weisskohl in feinen Streifen
100g Mungobohnenkeime
2 Frühlingszwiebeln, in schrägen Ringen
50g geröstete Cashewkerne, gehackt
Öl zum anbraten und einpinseln
2 TL Sojasosse
2 TL Fischsosse
1 TL Chilisosse
frisch gemahlener Pfeffer
frischer Koriander
frische Petersilie
ca. 20 Frühlingsrollen-Teigblätter (20 cm Seitenlänge)
Süße Chilisosse Typ „for Chicken“

Weisskohl und Frühlingszwiebeln scharf anbraten und zur Seite stellen. Rindfleisch ebenso anbraten, mit Soja-, Fisch- und Chilisosse würzen, pfeffern und auf einen Teller mit Küchenpapier geben. Mit dem Weisskohl, rohen Mungobohnenkeimen und Cashewkernen mischen, gehackte Kräuter nach Geschmack zugeben und portionsweise (ca. 2 EL pro Rolle) in den Frühlingsrollenteig einschlagen.
Mit Öl bepinseln und auf dem mit Backpapier ausgelegten Backblech ca. 10 min. bei 200°C backen. Evtl. zwischendurch einmal umdrehen.
Mit süßer Chilisosse servieren.

Die Gurken- und Zucchini-Challenge

18. August 2009

Zwei Riesen aus dem Garten

gurken2Was macht man aus zwei solchen Schwergewichten von jeweils einem Kilogramm Gewicht?
Marc hat mich herausgefordert aus einer riesigen Gurke sowie einer ebensogrossen Zucchini aus dem Garten seiner Mutter etwas leckeres zu zaubern.

Senfgurken - mis en place
Senf-Gurken
1 kg Gurke, geschält, entkernt, geschnitten
250ml Weissweinessig
250ml Wasser
1,5 TL grobes Meersalz
150g Zucker
3 EL Senfsaat
2 Lorbeerblätter
10 Pfefferkörner
frischer Dill (und Dillblüten wenn vorhanden – sieht schön aus)
1 Zwiebel, in Vierteln oder Ringen

SenfgurkenDen Aufguss 3 min kochen lassen und über die ins Glas geschichteten Gurken, Zwiebeln und Dill geben. Leider kann ich zum Geschmack noch keine Auskunft geben, da das Ganze ja paar Wochen ziehen müssen. (Ich gebe ihnen höchstens 2… hehe) Allerdings hat der Aufguss an sich schon wirklich gut geschmeckt. Die Mischung aus sauer, süß und salzig mag ich sehr, vor allem beim Sushi-Reis, den ich manchmal noch warm aus dem Topf essen will!

Dann ging es der Zucchini an den Kragen. Und um korrekt zu sein muss ich wohl von einer Zucchino sprechen und zwar einer männlichen. Dieser Zucchino spricht sich „Zuckino“, weil „cc“ italienisch zu seinem „k“-Laut wird. Dieser Zucchino also musste heute sein Leben lassen, und zwar zugunsten dieses amerikanischen Rezepts:

Zucchini-Bread
4 Eier Grösse M (oder 3 Grösse L)
1 cup brauner Zucker
1 cup Distel- oder Sonnenblumenöl
3 cups Weizenmehl
2 gestr. TL Backpulver
2 cups geraspelte Zucchini (ohne Kerne)
1 TL Salz
abgeriebene Schale einer halben Zitrone
etwas Bourbon-Vanille(-zucker) oder Vanillearoma
Wal- oder Pekannüsse nach Geschmack

Ein cup entspricht dem Volumen von 240ml Flüssigkeit. Es gibt Tabellen zum Umrechnen von cup in Gramm je nach Zutat, aber diese Art abzumessen ist eigentlich sehr simpel. Einfach eine Tasse finden, die ziemlich genau 240ml fasst und schon spart man die Waage.
Die Eier und den Zucker in einer Schüssel cremig rühren bis der Zucker aufgelöst ist. Hierfür reicht ein Schneebesen. Die restlichen Zutaten mit einem Rührlöffel unterrühren bis ein zäher Teig entsteht. Den Teig in 16 gefettete Muffinformen verteilen und bei 175°C ca. 15 min goldgelb backen. (In einer Kastenform entsprechend länger, mindestens 40 min) Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben.
Dies ist eine weniger süsse Variante, die ich bevorzuge. Das Originalrezept hatte 2 cups Zucker vorgesehen – ich finde es lustig, dass selbst so eine süsse Variante im übersüssten Amerika offensichtlich noch nicht als Kuchen durchgeht, sondern als Brot.
Man isst es auch zum Frühstück warm mit einem Stück Butter darauf. Enjoy!

Zucchini Bread