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Hol dir die Sonne in die Pfanne mit Orangen-Crêpes!

16. Februar 2010

Blutorangen gehören zu den Früchten, auf die ich mich das ganze Jahr freue. Und anders als bei Erdbeeren, Himbeeren und ihresgleichen kann man bei Blutorangen nicht mal auf die Saisontabelle und das Klima pfeiffen und schnell beim Übersee-Obst-Dealer zugreifen – es gibt sie einfach NUR von Januar bis März!
(P.S. an dieser Stelle an Marc: Ein Obst-Dealer, hiesse der dann „Obstler„???)

Dazu kommt: Ich bin ein verwöhntes Orangen-Kind. Mein Grossvater hatte einen Obst- und Gemüsegrosshandel, damals in der alten Frankfurter Grossmarkthalle. Da gab es nur die besten Früchtchen fürs Enkelchen – diese dafür kistenweise. Ich erinnere mich an die schönen Kistchen mit Mandarinen und die grösseren Kästen mit Orangen – in der obersten Lage jeweils eine diagonale Reihe mit hübschem Papier eingewickelt.
Einer Erzählung nach war einer meiner liebsten ersten Sätze: „Ich auch Appelinas!“
Auch heute mag ich Orangen nur im Winter, wenn die Früchte aus den Mittelmeerländern zu uns kommen. Es lohnt sich tatsächlich auch im Supermarkt mal genau auf die Etiketten zu schauen und die Orangen-Sorten zu identifizieren.

Hier sind meine Empfehlungen:

Navelina (Oktober bis Januar) festes Fruchtfleisch, gut zu schälen
Salustiana (Februar bis März) die perfekte Saftorange mir aber zu süss
Washington (Dezember bis März) saftig UND fest – beste Speiseorange
Blutorangen (Januar bis März) am liebsten die Sorten Moro und Tarocco

Interessanterweise hängt die rote Färbung nicht so sehr von der Sorte, sondern vielmehr von den klimatischen Bedingungen ab. Die Färbung ist umso intensiver je größer die Temperaturunterschiede (Tag/Nacht) sind und je trockener das Anbaugebiet ist. Die Moro-Orangen wachsen beispielsweise auf den Hängen des Vulkans Ätna in Sizilien wo die Temperaturunterschiede besonders gross sind.

Ich mag den herben und beerenartigen, säuerlichen Saft der Blutorangen, esse sie aber auch gerne so. Sie lassen sich gut schälen und zerteilen, haben wenig Kerne und keine zu festen Zwischenhäute.
Ausserdem lassen sich Orangen generell sehr gut lagern und sorgen so für eine lückenlose Saft-Versorgung zum Frühstück.

Als alternative Zubereitung habe ich einen Dessert-Vorschlag für euch:

Orangen-Crêpes

Mal nur schnell dahingeknipst, schlechte Lichtverhältnisse aber dafür riesige Hungerverhältnisse und wie ihr wisst: Eis schmilzt, Crêpes werden kalt, also schnell reinhauen…..

Quelle: essen&trinken 01/06
Für 8 Portionen

50g Butter
100g Mehl, gesiebt
200ml Milch
60g Zucker
Salz
2 Eier
150g Orangenmarmelade (habe deutlich weniger gebraucht)
4 Blutorangen
250ml frisch gepresster Orangensaft
4 EL Orangenlikör z.B. Grand Manier (Calvados tat´s auch)

Butter zerlassen. Mit dem Schneebesen Mehl mit Milch, 10g Zucker und 1 Prise Salz glatt rühren. 10 min quellen lassen. Eier und die Hälfte der flüssigen Butter unterrühren.
In einer beschichteten Pfanne 8 Crêpes backen, dabei die Pfanne immer gut mit der flüssigen Butter einstreichen.
Eine Seite der Crepes mit der Marmelade bestreichen und zusammenfalten.
Blutorangen mit einem scharfen Messer so schälen, dass die weisse Haut vollständig entfernt ist, dann quer in Scheiben schneiden.
Restlichen Zucker in der Pfanne hellbraun karamellisieren, mit dem Orangensaft ablöschen und dickflüssig einkochen lassen.
Die Orangenscheiben hineinlegen und mit Orangenlikör würzen.
Die Crepes dazugeben und ebenso leicht erwärmen. Mit den Orangenscheiben anrichten und dazu evtl. Schlagsahne, Sahne- oder Vanilleeis servieren.

Lemon Curd Parfait

10. Dezember 2009

Ich liebe Parfaits. Sie sind einfach herzustellen, tausendfach zu variieren und machen eine Eismaschine überflüssig.
Und ich liebe Lemon Curd. Cremig, vanillig, butterig und super-zitronig. Nur was kann man damit tun, ausser seinen Frühstücks-Toast damit zu veredeln?
Meine perfekte Lösung: eine Kombination aus beidem!

Und da ich noch ein grosses Glas selbstgemachtes Lemon-Curd im Tiefkühlfach hatte war es schwupp-di-wupp fertig!

Lemon Curd Parfait
Quelle: eigene Kreation
6 Portionen á 125ml (normale Muffinform)

250g Lemon Curd (Rezept unten)
200g Sahne
1 Bio-Zitrone, davon Saft und Abrieb

Lemon-Curd mit dem Saft und dem Abrieb der Zitrone verrühren.
Die Sahne steif schlagen und das Lemon Curd vorsichtig unterheben. Die Masse in Muffin- oder Timbaleförmchen geben und mindestens 4 Stunden ins Gefrierfach stellen. Besonders praktisch sind Muffinbleche aus Silikon. Aus ihnen lassen sich die Parfaits ganz leicht auslösen und die Portionsgrösse ist auch prima. Für eine perfekte Form achtet man beim Einfüllen darauf, dass alle Ecken mit der Creme ausgefüllt sind und es so keine Luftblasen gibt.
Die Parfaits nach den Anrichten noch einige Minuten auf dem Teller antauen lassen, schliesslich ist ein Parfait ja ein „halbgefrorenes“.

Weil ich die das Dessert optisch so schön fand habe ich es am Morgen nach dem Mittwochsmenü nochmal schön im Tageslicht fotografiert.

Die süssen nostalgischen Deko-Kügelchen in rosé-metallic sind mir in der Kleinmarkthalle in die Hände gefallen und hier haben sie – zumindest optisch – ihre perfekte Verwendung gefunden. Leider sind sie kaum zu zerbeissen und stören vielleicht den ein oder anderen beim Eis-Genuss.
Die rosé-farbene Sosse ist Marc-de-Champagne-Likör, den ich mit etwas Granatapfelsaft und -sirup vermischt habe.

Lemon Curd – englische Zitronencreme / Brotaufstrich
Quelle: eigene Variation
ergibt ca. 350g (ein grosses Marmeladenglas)

2 Bio-Zitronen
100g Zucker
50g Butter
2 Eier
1/2 Vanilleschote

Die Zitronen gut waschen, das Gelbe der Schale fein abreiben und den Saft auspressen (ca. 100ml). Das Mark der Vanilleschote herauskratzen.
Zitronensaft, Zitronenabrieb, Zucker, Butter und die Vanilleschote in einem Topf bei mittlerer Hitze rühren bis der Zucker ganz aufgelöst ist.
Eier in einer Schüssel verquirlen. Nach und nach kleine Mengen von der heissen Mischung zu den Eiern geben und gut verrühren bis alles vermischt ist. So stocken die Eier nicht wenn sie zur heissen Mischung kommen.
Die Mischung wieder in den Topf geben und bei niedriger Hitze so lange rühren bis die Masse cremig-dicklich wird.
Die Vanilleschote entfernen und die Masse durch ein Sieb streichen. Am Schluss das Vanillemark unterrühren und das Lemon Curd in sehr saubere Gläser mit Schraubdeckel oder in Weckgläser füllen.
Das Lemon-Curd hält sich im Kühlschrank nur etwa 4 Wochen. Es lässt sich aber sehr gut einfrieren und hält so viele Monate.

Mittwochsmenü [2]

5. November 2009

Mittwochsküche

Hier sieht man lauter heiter Gesichter bei der zweiten Auflage des „Mittwochsmenü“ bei Manfred. Vielleicht schaffe ich Ess-Verrückte es bald ein kulinarisches Event für jeden Wochentag einzuplanen. Donnerstag Club Michel, Freitag Freitagsküche im Atelier Frankfurt… Die Möglichkeiten sind gegeben, nur Zeit und Magenfüllung müssten dementsprechend angepasst werden…
Wer Manfreds exclusiver (!) Einladung nicht gefolgt ist hat definitiv was verpasst!

Cook and Talk

Für mich war der Abend überraschend stressfrei, obwohl wir die Einkäufe erst um halb acht in der Wohnung hatten und für 20.00 Uhr eingeladen war. Aber dank durchdachter Planung hatte ich hauptsächlich Spass beim Kochen, das Chaos hat sich in Grenzen gehalten und am Ende waren alle waren satt und zufrieden.
Der grandiose Rotwein hat noch zusätzlich zur (meiner!) guten Stimmung beigetragen… Oder war es der Weisswein-Dampf der mir beim Risotto kochen die Sinne vernebelt hat?

Jessie kocht

Rohkostsalat

Ich wusste gleich, dass dieser Salat mir schmecken würde, als ich das Rezept in Nicole Stichs Kochbuch gelesen habe. Mit meinem Lieblings-Schafskäse und kleinen Blätterteig-Kisschen aufgepeppt war es der perfekte Einstieg für das Menü. Osso Buco ist unbestritten ein ordentlicher Magenfüller, da wollte ich mit etwas frischem, knackigen starten.
Fruchtige Orangen und Äpfel, knackiger Rotkohl und aromatischer Fenchel machen diesen Rotkohlsalat mit Feta zu einer echten Vitaminbombe!

Wie schon einmal erwähnt gehört Osso Buco zu meinen absoluten Lieblingsgerichten. Aber nur in DIESER Kombination! Mit Risotto alla Milanese und Gremolata. Und am Ende wird das Mark aus dem Knochen gelöffelt!

Semifreddo

Semifreddo, Halbgefrorenes oder auch Parfait ist die perfekte Möglichkeit ein Eisdessert zuzubereiten ganz ohne Eismaschine. Und das langsam auftauende Eis aussen abzuschaben ist für mich ein weitaus grösserer Genuss als eine Kugel Eis zu löffeln. Kürbiskernkrokant und -öl geben diesem Semifreddo eine leicht bittere Note, die aber perfekt mit der Cremigkeit von Sahne und Eiern harmoniert.
Und jetzt alle: „Hmmmmmm!“

Zum ersten Mittwochsmenü: [1]